Hochzeitsfoto mit Huhn im Hintergrund

Eine Prinzessinnenhochzeit am Bötzsee: Nicki & Jonas sagen „Ja“

Es gibt Hochzeitstage, an die ich mich noch lange erinnern werde, und der Tag von Nicki und Jonas gehört ganz sicher auch dazu. Die beiden kommen aus Berlin und haben sich bei einem Technofestival kennengelernt. Zwei echte Klubgänger, die auch gern mal die Nächte durchtanzen und die Bässe lieben. Umso schöner fand ich es, dass Nicki sich für ihren großen Tag genau das Gegenteil gewünscht hat: eine richtige Prinzessinnenhochzeit, mit allem, was dazugehört.
Bei uns im Hotel Seeschloss am Bötzsee durften die beiden sich standesamtlich am See trauen lassen, direkt bei uns im Garten unter den alten Bäumen im Pavillon. Das ist eine Besonderheit, die es in dieser Form nur selten bei uns in der Region gibt, denn unser Haus ist offiziell als Trauungsort der Gemeinde Petershagen-Eggersdorf eingetragen. Nicki und Jonas mussten also für ihre standesamtliche Trauung nirgendwo anders hin. Sie konnten den ganzen Tag bei uns verbringen, von der Vorbereitung bis zum Sektempfang bis zur Abendparty, ohne einmal ins Auto steigen zu müssen. Genau dafür lieben viele Paare eine Hochzeit am Wasser bei uns, alles unter einem Dach und trotzdem mitten in der Natur am See.

Ein besonders warmer Tag

Der Tag begann früh. Gegen neun Uhr kam Nicki zu uns, die Visagistin und Friseurin warteten schon. Ich habe sie erstmal mit etwas Wasser versorgt, denn man hat schon gemerkt, dass es ein heißer Tag werden würde. Und wie. Wir hatten bereits über 25 Grad, bis zum Nachmittag kletterte das Thermometer sogar auf achtunddreißig. Aber der Himmel war strahlend blau und die Sonne schien den ganzen Tag, wie man es sich für eine Hochzeit am See nur wünschen kann.
Während Nicki sich bei uns im Hochzeitszimmer mit der rosa Blümchentapete fürs Styling zurückgezogen hat, waren wir draußen im Garten fleißig dabei. Mein Team und ich haben den Pavillon geschmückt und die weißen Stühle aufgestellt, und ich muss sagen, an diesem Tag war ich besonders froh über unsere hohen alten Bäume. Der Schatten, den die Eichen und Buchen spenden, war bei dieser Hitze Gold wert. Interessant war übrigens, dass an diesem Tag die Rollen vertauscht waren. Normalerweise ist es bei uns am See eher kühl und die Damen frieren in dünnen Kleidchen ein bisschen. Den Herren ist es im Anzug temperaturtechnisch an solchen Tagen sehr angenehm, aber bei dieser Hitze am 26. Juni war es genau umgekehrt. Die Damen in ihren leichten, luftigen Kleidern konnten die Sonne genießen und die Herren haben ordentlich geschwitzt. Am frühen Nachmittag wurden dann aber schon die Jacken und die Westen ausgezogen und die Krawatten gelockert, und alle saßen nur noch im weißen Hemd zusammen. Das war ein schönes Bild, wie unkompliziert und entspannt das alles ablief.

Die Trauung im Garten

Um zwölf Uhr war es dann so weit. Alles war vorbereitet, die Blumenkinder hatten die Körbchen mit den Blütenblättern schon verstreut, und dann führte Nickis Vater unsere Braut über unseren grünen Rasen zum Traupavillon, wo Jonas schon wartete. Getraut wurden die beiden von unserem Standesbeamten Stefan S. aus Petershagen-Eggersdorf, und man hat gemerkt, wie sehr er sich über diese Trauung gefreut hat. Bei uns im Ort kennt man sich eben, und so erzählte er mir hinterher, dass er selbst eine kleine Verbindung zur Familie hatte: sein Sohn hat Jonas‘ Vater als Lehrer. Solche kleinen Zufälle machen eine Hochzeit bei uns immer noch persönlicher, finde ich. Jonas‘ Familie hatte vor Jahren schon einmal bei uns gefeiert, und der Vater des Bräutigams war auch früher sogar der Sportlehrer meines Sohnes. Es ist eben Dorf ist Dorf! Solche bekannten Gesichter wiederzusehen, an einem so besonderen Tag, das berührt mich jedes Mal aufs Neue.
Der Standesbeamte Herr S. hat in seiner Traurede auch erzählt, wie die beiden sich kennengelernt haben, auf einem der besagten Technofestivals, und wie Jonas sich still und leise in Nickis Herz geschlichen hat. Nicht mit großen Gesten, sondern indem er ihr immer wieder die Handtasche hinterhergetragen hat, die sie ständig irgendwo liegen ließ. Kleine Aufmerksamkeiten, die über Monate hinweg zeigten, wie zuverlässig und geduldig er ist. Die Gäste haben herzlich gelacht, und Nicki hat gestrahlt. Man hat richtig gespürt, dass diese Beharrlichkeit sich am Ende ausgezahlt hat. Liebe, die gewachsen ist und in der Hochzeit im Seeschloss einen ersten Höhepunkt gefunden hat.

Das Kleid, von dem alle sprachen

Und dann war da natürlich das Kleid. Nicki hatte sich für ein Bustier-Oberteil entschieden, cremeweiß mit einem ganz zarten Rosé-Schimmer, den man in der Brautmode als Blush bezeichnet, durchzogen von einigen glitzernden Stickereien. Dazu ein weit ausgestellter Rock aus Chiffon über einem Reifrock, der dem Kleid diese ganz besondere Fülle gab, und ein langer Schleier im hochgesteckten Haar. Es war, ganz ehrlich, eine echte Prinzessinnenhochzeit, genau das, was Nicki sich gewünscht hatte, als bewusster Kontrast zu ihrem Leben zwischen Beruf, Bässen und Technoclub. Jonas stand ihr in seinem klassischen dunkelblauen Anzug mit weißer Weste zur Seite, aber an diesem Tag hatte Nicki mit ihrem Kleid einfach die Show gestohlen. So muss das an einem Hochzeitstag auch mal sein.

Gwendoline hat ihren großen Auftritt

Beim Fotoshooting wurde es dann noch einmal richtig persönlich. Nicki hatte sich beim Fotografen Marcus Ziemke von Mabifoto aus Bernau ein paar ganz besondere Bilder gewünscht, mit Schaukel oder mit Tieren. Sie schwärmte von Kühen. Nun, Kühe kann ich beim besten Willen nicht im Seeschloss organisieren, das wäre dann doch ein bisschen viel geworden. Aber Hühner, die habe ich. Auf dem Nachbargrundstück wohnen fünf zauberhafte gefiederte Damen, Erna, Gwendoline, Chantal, Bertha und Hilde, und für das Shooting habe ich mir eine geschnappt.
Zuerst habe ich es mit Erna versucht, aber die wollte partout zurück zu ihren Freundinnen und war entsprechend störrisch. Also bin ich noch einmal los und habe Gwendoline geholt, ein Bovan-Huhn mit dunkelgrünem, leicht schimmerndem Gefieder und einem Hals, der zart ins Orange spielt, dazu der klassische rote Kamm. Gwendoline ist eigentlich immer die Ruhigste von allen, aber sie hatte gerade gemütlich im Staub gesessen und war entsprechend wenig begeistert, als ich sie hochgenommen habe. Ich habe mich trotzdem einfach entschieden und sie zur Wiese getragen, wo Nicki und Jonas schon auf der Decke im grünen Gras bereit saßen.
Und dann geschah das Wunder, das man sich als Fotograf nur wünschen kann. Ich habe Gwendoline losgelassen, sie hat sich kurz umgeschaut, sich in Positur gestellt, als hätte sie es nicht anders geübt, der Fotograf hat abgedrückt, und schon ist sie wieder zu ihren Freundinnen zurückgetrudelt. Ein ganz kurzer, aber unglaublich erfolgreicher Auftritt. Am Ende hatten wir zauberhafte Fotos im Kasten, mit Huhn statt Kuh, und alle waren glücklich. Gwendoline hat sich ihren Auftritt übrigens redlich verdient, sie hat danach mit ihren Freundinnen noch ein paar Extra-getrocknete Würmchen bekommen.
Neben diesem ungeplanten tierischen Highlight sind natürlich auch die klassischen Aufnahmen entstanden: beim Sägen des Baumstammes, im Pavillon mit den Trauzeugen, das große Gruppenfoto, und ein paar besonders schöne Bilder auf unseren Stegen am angrenzenden Bootsverleih. Nicki hat sich dann noch spontan auf unsere Blumenschaukel gesetzt und fand es so herrlich, dass sie gleich noch eine Runde weiterschaukelte, was uns noch ein wundervolles, ganz unbeschwertes Foto beschert hat.

Kaffeetafel, Party und ein gemeinsames Frühstück

Am Nachmittag gab es unsere Kaffeetafel mit unserem selbst gemachten Erdbeerherz aus unserer Backstube vom Eiscafé Seeschloss. Das Eiscafé ist ein Teil unserer Hochzeitslocation Seeschloss und ist berühmt für die hausgemachten Torten und den Kuchen vom Blech. Das Erdbeerherz hat das Brautpaar zu Beginn der Kaffeetafel auf unserer Seeterrasse gemeinsam angeschnitten. Danach folgten ein paar leichte Hochzeitsspiele und natürlich noch mehr Fotos mit den Gästen. Trotz der Hitze war die Stimmung entspannt, denn über den See zog den ganzen Tag eine angenehme Brise. Am Abend ging es dann hinauf in unseren Panoramasaal, eine Etage über der Seeterrasse, wo die Klimaanlage bereits für angenehme Kühle gesorgt hatte. Dort haben Nici und Jonas mit ihren Gästen bis in die frühen Morgenstunden getanzt, mit einer letzten Stunde, die ganz im Zeichen von Techno stand. Ein schöner Bogen zurück zu dem Ort, an dem alles begonnen hat.
Am nächsten Morgen saßen dann alle übernachtenden Gäste noch einmal gemeinsam bei einem frühen Frühstück auf der Seeterrasse zusammen, bei erneut fast 25 Grad, aber mit bester Laune. Solche Momente, wenn Gäste und Brautpaar am Morgen danach noch einmal zusammensitzen und den Tag Revue passieren lassen, sind für mich immer wieder das schönste Zeichen dafür, dass eine Hochzeit wirklich gelungen ist.
Nicki und Jonas, wir wünschen euch von Herzen alles Gute für euren gemeinsamen Weg. Danke, dass wir einen Tag begleiten durften, der so viel Persönlichkeit, Humor und Herzlichkeit hatte, ganz so wie ihr beide.
*Fotos: Marcus Ziemke, Mabifoto Bernau*
Braut auf Schaukel, Bräutigam lacht.